Dieser Tag bestand aus zwei Hälften.

Erste Hälfte:

Frau Schneider hat einen Besuch im Bernabéu-Stadion geplant. Die gesammelte Mädchenchor-Mannschaft fährt also mit dem Bus hin. Und für alle, die im Fußball nicht so firm sind: Das Santiago-Bernabéu-Stadion in Madrid ist die legendäre Heimspielstätte von Real Madrid und bietet Platz für über 80.000 Zuschauer. Es hat ein einfahrbares Dach und eine futuristische Hülle, was es zu einer der modernsten Multifunktionsarenen der Welt macht. Über Rolltreppen und Flure geht es für uns durch dieses Stadion, entlang an interessanten Details aus seiner Geschichte und Bauweise. Dass zum Beispiel unter dem Spielfeld ein hochmodernes, unterirdisches Gewächshaus genutzt wird, um den Naturrasen perfekt zu pflegen. Per Knopfdruck kann er hydraulisch angehoben und wie gigantische Schienen zur Seite gefahren werden. („Das ist ja wie im Theater!“) Wir erfahren so viel über Real Madrid („El Real Madrid es el club más querido y admirado del mundo. Su fuerza son nuestros valores.“) und generell übers Fußballspielen („Ningún jugador es tan vueno como todos juntos.“), sehen getragene Fußballschuhe berühmter Füße, jede Menge Pokale und Spielerfotos. Natürlich gibt es auch Gelegenheit, Cantus-Mannschaftsfotos im Stadion zu machen oder Frau Schneider und Herrn Gortner auf der Trainerbank zu knipsen. Und nach zweieinhalb Stunden („Das ist so cool, ich will hier nie wieder raus!“) sind sich alle einige, dass das wirklich beeindruckend war.

Von dort geht es in die Innenstadt. Vorbei am Palacio Real zum Mercado de San Miguel, unweit der Plaza Mayor. Hier kann jede etwas finden, das ihr gefällt oder schmeckt. Ein bisschen erkunden alle die Gegend nach eigenen Wünschen. Superviel Zeit bleibt nicht, denn wir haben noch einen weiten Rückweg zu Fuß durch die Stadt und eine Ruhepause vor dem Konzert vor uns.

Zweite Hälfte:

Das Konzert. Auf Vermittlung der Fundación Goethe durfte der Konzertchor Mädchen in der Reihe „Música en las Reales Capillas“ sein Konzert in der Kirche von Real Monasterio de Santa Isabel geben, einer Kirche, die von 12 Nonnen als Schweigekloster genutzt wird und normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Nur für Konzerte wird sie geöffnet – und heute für das Gastspiel von Cantus Juvenum. Wenn man davon absieht, dass das Klavier erst 20 Minuten vor dem Konzert überhaupt in die Kirche geliefert wurde (und daher wenig Zeit blieb, um mit dem spanischen Pianisten zu proben), lief alles wie am Schnürchen. Es war ein grandioser Auftritt, die Kirche mit einem komfortablen Nachhall bot für den Klang der Mädchenstimmen einen optimalen Raum, das Programm war perfekt geprobt, die Freude am Singen allen ins Gesicht geschrieben. Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt und das Publikum begeistert.

Fürs Abendessen – und als Abschluss – hatte Frau Schneider ein Restaurant mit „Croquetas“ ausgesucht, die zu den beliebtesten Tapas des Landes zählen. Anders als in Deutschland bestehen echte spanische Kroketten nicht aus Kartoffelpüree, sondern aus einer cremigen Bechamelsauce in verschiedenen Geschmacksrichtungen mit Gemüse, Pilzen, Fisch, Fleisch oder Käse – sowie in der Nachtisch-Variante mit Schokolade oder Milchreis. Danach wieder eine halbe Stunde Geschwindmarsch durch die Innenstadt, eine schöne Ansprache von Herrn Gortner vor dem Hostel („Eine Konzertreise in dieser Art kann man nur mit Euch machen!“) und letzte Anweisungen für unseren morgigen Rückreisetag.