Cantus Tours

UNESCO-Weltkulturerbe im Bergstädtchen

Wir passen uns dem Tagesrhythmus an, den der warme Spätsommer hier noch vorgibt: Nach „Proben am Vormittag“ und Mittagessen folgt erst eine Siesta. Dann, als es draußen etwas kühler wird, geht es zur Basilika im Escorial. Frau Schneider hat ein paar Worte zum Palast zu erzählen, ordnet Philipp II. ein in das, was wir hier sehen, erzählt vom königlichen Erbauer, der um eine riesige Kirche und ein Kloster herum seinen Palast errichten ließ. Mitten in diesem monumentalen, quadratischen Renaissance-Komplex, der aus dem hellem, grauem Granitstein der nahen Sierra de Guadarrama erbaut wurde und heute UNESCO-Weltkulturerbe ist, steht die Basilika, die von außen riesig und hart, fast schmucklos wirkt. Aber sie ist überwältigend in ihrer Größe. Direkt am Altar werden die Mädchen des Konzertchores morgen zur Messe singen. Heute bleibt es beim Staunen und einer ersten Ansingprobe. Direkt am Altar stehen sie im Halbrund und singen Mendelssohns Engelsterzett „Hebe Deine Augen auf“ in die 90 Meter hohe Kuppel hinein – der Nachhall ist gewaltig und wunderschön. Zu einem kleinen Stadtbummel durch die historische Innenstadt von San Lorenzo de El Escorial machen sich die Mädchen im Anschluss in kleinen Gruppen auf, sehen ein Städtchen, das seit Jahrhunderten mit seinem kühleren Bergklima und seiner sehr ruhige, freundliche Art einlädt. Verlaufen kann sich hier niemand, verlieren in den Charme des Orts schon. Vor dem Abendessen, das traditionell erst spät und für uns um 21 Uhr bereit steht, findet Herr Gortner noch genügend Zeit für eine weitere Probe. Als dann der Tag zu Ende geht, bläst der Wind kräftig durch die Bäume vor dem Kloster und kündigt das Wetter für morgen an: es wird kühler.

Von |2026-09-08T23:02:46+02:008. September 2026|Cantus Tours, Konzert, Konzertchor Mädchen|0 Kommentare

Anreise Karlsruhe/Madrid/El Escorial

Ziemlich genau im September vor 442 Jahren hat König Philipp II. von Spanien sein neues Domizil, den Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial, bezogen. Der streng religiöse Herrscher, dessen Porträt in Prunkrüstung von Tizian gemalt wurde und das wir noch im Museo Nacional del Prado in Madrid sehen werden…dieser bärtige Habsburger lies sich vor fast einem halben Jahrtausend also einen ruhigen Ort mitten in eine markante Berg- und Waldlandschaft rund 50 Kilometer nordwestlich von Madrid als Machtsymbol, Grabstätte und spirituellen Zufluchtsort bauen. Einen Ort, der maximalen Eindruck machte in seiner Zeit – und in unserer Zeit. Einen Steinwurf von diesem El Escorial, im friedlichen Garten des Klosters „Sagrados corazones“, sammeln sich an diesem Morgen um halb neun alle Mädchen des Konzertchores zum Frühsport. Herr Gortner im Cantus-Trainerhemd, der Chor Hand in Hand aufgestellt, nicht im Kreis sondern in Herzform. Die Sonne ist um diese Uhrzeit mild und warm, schon etwas herbstlich und doch noch mit Kraft. Der Sommer hat sichtbar auf der Vegetation ringsum seine Spuren hinterlassen. Die Kastanien sommermüde und braun. So beginnt der erste Tag der Chor-Reise am diesem so besonderen Ort. Zeit für einen Rückblick auf unsere gestrige Anreise: Hinter uns liegen Fahrt mit dem ICE (komplikationslos), Flug ab Frankfurt (mit 90 Minuten verspätetem Abflug und wild bewegter Landung), Metro in Madrid (Linie rosa und Linie grau, Umsteigen mit 33 Koffern inklusive majestätischem Gepäckstück für Notenmappen und E-Piano), dann eine knappe Stunde Überlandbus (verteilt auf 2 verschiedene Linienbusse). Ziel: San Lorenzo de El Escorial. Wir passieren die Sierra de Guadarrama, die die Region vor extremen Wettereinflüssen schützt und für ein deutlich grüneres und kühleres Klima als im flachen Umland von Madrid sorgt. Hier, auf 1000 Höhenmetern, direkt am Hang des Monte Abantos, mitten in – mehr oder weniger – dichten Kiefernwäldern liegt die Kleinstadt San Lorenzo de El Escorial und auch das Kloster der „heiligen Herzen“, in dem wir spät abends nach langer Reise ankommen. Vorbereitet ist alles: Frau Schneider hat nicht nur die komplette Reiselogistik bis ins Detail organisiert sondern auch schon im Vorfeld alle Zimmer verteilt, Zweierzimmer in Wunschbesetzung. Ein sehr herzliches Küchenteam erwartet uns, selbstgekochte Zucchini-Suppe und Tortilla stehen bereit, Extras für Vegetarierinnen oder „sin gluten“-Wünsche werden selbstverständlich bedacht. Was für ein Empfang und welch wunderschöner Ort für uns. Herr Gortner nutzt die Zeit nach dem Abendessen sofort, um auch den Proberaum zu testen….singend geht ein langer Reisetag zuende.

Nach oben