Und wenn wir heute aufzählen, wie dieser Tag der Spanienreise des Konzertchores Mädchen so verlief, dann glaubt man glatt, es handle sich nicht nur um einen einzigen sondern mindestens um drei Tage. Also machen wir mal eine Liste:

  • 8.30 Uhr. Der Tag beginnt mit Frühsport im Klostergarten
  • Nach dem Frühstück drei Stunden Probe, auf gepackten Koffern
  • Mittagessen und Abschied von El Escorial
  • In zwei Überlandbussen Richtung Madrid, ungemütlich kurvige Straßen durch das Vorgebirge Piedemonte, und nach einer Stunde dann hinein in die Stadt Madrid.
  • Mit 33 mal Sack und Pack, Klavier und Notenkoffer in die U-Bahn, graue Linie, rosa Linie, dann ein paar Schritte zum Hostel. Einchecken, kleine Pause.
  • Zügigen Schritts Richtung Museum, 25 Minuten quer durch die Stadt, vorbei an beeindruckenden Gebäuden, vielen Geschäften und Menschen.
  • Ziel: das weltberühmte ‚goldene Dreieck der Kunst‘, seit 2021 UNESCO-Welterbe. Eine Gruppe besucht das Museum Thyssen-Bornemisza, die andere Gruppe das Museo del Prado, eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Die einen sehen die schöne „Giovanna Tornabuoni“ von Domenico Ghirlandaio und den „Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Aufwachen“ von Salvador Dalí (surrealistisch halt, fliegende Tiger inklusive), die anderen „Las Meninas“ von Diego Velázquez und den „Garten der Lüste“ von Hieronymus Bosch (huch!). Und vieles andere!!!
  • Treffen mit Claudia Remus von der Fundación Goethe, die unsere Konzertveranstalterin in Madrid ist
  • Frau Remus führt uns zur Puerta del Sol, dem meistbesuchten Platz der Stadt und geographischen Zentrum ganz Spaniens (Kilometer Null). Mitten drauf der El Oso y el Madroño – Bär mit Erdbeerbaum, das Wappentier von Madrid
  • Gemeinsam quer durch die Stadt zu einem vegetarisch-glutenfrei kochenden und backenden Restaurant, das Frau Schneider im Vorfeld ausfindig gemacht hatte. Rückkehr zum Hostel, alle schnell aufs Zimmer, denn morgen wird ein langer (Konzert-Tag) und es ist schon halb elf.

So ein Pensum lässt sich nur mit einer Gruppe machen, die auf sich und die anderen achtet, die mitdenkt und zusammenhält, die bei aller Disziplin vor allem auf Spaß hat und sich auf den strammen Zeitplan von Frau Schneider mit einer gerüttelten Mischung aus Vertrauen und Begeisterung einlässt, die zwischendrin noch das Spiel von Tara und Amelie weiterspielt, die zusammen das Klavier schleppt, die schnurgerade durchzählt, um zu schauen, dass niemand fehlt. Von den schönen Erlebnissen der letzten Tage im ruhigen und beschaulichen El Escorial erfüllt sind wir nun in einer quirligen Großstadt gelandet, an einem Ort, der voller Stimmen, Bilder und Geräusche ist. Ganz inspirierende Metropole halt.